Biotopverbund

Mit dem landesweiten Biotopverbund sollen heimische Arten, Artengemeinschaften und ihre Lebensräume gesichert werden. Beim Biotopverbund geht es nicht nur um die räumliche Verbindung von Biotopen, sondern vielmehr um die funktionsfähigen ökologischen Wechselbeziehungen in der Landschaft. Diese müssen bewahrt, wiederhergestellt und entwickelt werden. Die Maßnahmen zur Umsetzung des Biotopverbunds können sehr unterschiedlich sein. Dabei müssen Biotope nicht immer direkt mit gleichartigen Strukturen und ohne Unterbrechungen miteinander verbunden werden. Meist genügt ein Raster an entsprechenden Lebensräumen, das gewährleistet, dass die Landschaft, in der die jeweiligen Biotope liegen „durchlässig“ bleibt. So können z.B. folgende erforderlichen Funktionen aufrechterhalten oder wiederhergestellt werden:

  • saisonale Wandermöglichkeiten zwischen Teillebensräumen
  • regelmäßiger Individuen- und Genaustausch in räumlich strukturierten (Meta-) Populationen
  • potenzielle Besiedelung neu entstehender Lebensräume
  • Reaktionsmöglichkeit auf z.B. klimatische Veränderungen

Zu beachten ist auch, dass nicht immer nur gleichartige Biotope funktional in Bezug zueinander stehen sollten. Viele Tiere sind innerhalb ihres Lebenszyklus auf verschiedene Biotope oder auf Strukturen angewiesen, die in sehr unterschiedlichen Biotoptypen auftreten.

Lebensraumverluste, Minderung der Lebensraumqualität und Verinselung bzw. Fragmentierung der Lebensräume erschweren den Erhalt der biologischen Vielfalt. Deswegen ist es wichtig Konzepte und Maßnahmen zum Biotopverbund zu erstellen und umzusetzen. Vor allem weniger mobile Arten werden dadurch gefördert.

Der Biotopverbund soll nach dem Biodiversitätsstärkungsgesetz (NatSchG §22) schrittweise

  • bis 2023 auf mind. 10 %,
  • bis 2027 auf mind. 13 % und
  • bis 2030 auf mind. 15 %

der Offenlandfläche realisiert werden. Dabei wird zwischen trockenen, mittleren und feuchten Standorten unterschieden.

Im Landkreis Ravensburg sollen vor allem mittlere Standorte, wie Mähwiesen und Streuobstwiesen, und feuchte Standorte, wie Streuwiesen, Nasswiesen, Klein- bzw. Großseggenriede und Moore erhalten, aufgewertet und vernetzt werden.

Beispielarten die durch den Biotopverbund gestärkt werden:

Feldgrille (Gryllus campestris) - Biotopverbund trockener bis mittlerer Standorte

Weibliche Feldgrille (Foto: © H. Böhmer)

Die schwarz gefärbten, bis zu 2,5 cm langen Feldgrillen sind sehr wärmebedürftig und bevorzugen daher trockene, schütter bewachsene Böschungen und Hänge, aber auch extensiv genutzte Wiesen und Weiden. Von Mai bis Juli ist das charakteristische Zirpen der Männchen zu hören. Trotz ihrer Flügel kann die Feldgrille nicht fliegen, ist aber ein flinker Läufer. Die Verbuschung und Intensivierung von Flächen machen der in Deutschland gefährdeten Grille zu schaffen.  Durch den  Biotopverbund wird der Verinselung von Populationen entgegengewirkt.

Blaukernauge (Minois dryas) - Biotopverbund feuchter Standorte

Blaukernauge (Foto: © H. Masur)

Das Blaukernauge ist im Voralpenland auf Streuwiesen zu finden, wo es auch seine Raupenfutterpflanze - das Pfeifengras (Molinia caerulea) - findet.  Gerne hält sich der  Schmetterling auf violetten Blüten auf. In Ravensburg kommt das Blaukernauge derzeit fast ausschließlich in größeren Streuwiesen vor, was unterstreicht, dass kleine Streuwiesen in einen funktionalen Zusammenhang mit größeren gebracht und nach Möglichkeit vergrößert werden müssen. Nur traditionelle, extensive Streuwiesen-pflege erhält den Lebensraum dieses 45 bis 60 mm großen, attraktiven Augenfalters.

Weiterführende Informationen:

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Tanja Westernacher

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