Ackerblühstreifenprojekt - Artenvielfalt am Ackerrand

 

Schülerinnen und Schüler des Agrarwissenschaftlichen Gymnasiums der Edith-Stein-Schule in Ravensburg haben sich im Rahmen ihres Seminarkurses mit den vielfältigen Möglichkeiten der Anlage von Blühstreifen auseinandergesetzt. In Zusammenarbeit mit dem LEV ist ein Flyer entstanden, der einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten geben soll und Landwirten die Anlage von Blühstreifen schmackhaft machen will. Neben ökologischen Aspekten kann die Anlage von Blühstreifen auch zu einem positiven Image des landwirtschaftlichen Betriebes beitragen und ist je nach Variante auch förderfähig (FAKT, LPR) bzw. werden die Kosten für das Saatgut bezuschusst.

Die Bestellung des Saatguts war bis zum 5. April 2018 möglich.

 

32 Betriebe aus 15 Gemeinden haben dieses Angebot genutzt. Mit dem bestellten Saatgut lassen sich etwa 34 ha Blühflächen im und am Acker einsäen

 

Mehr Informationen dazu finden Sie hier:

Blühstreifen

 

Abschluss des Modellprojekts "Schnittige Obstbäume"

 

Wer in diesen Tagen durch den Landkreis fährt, dem stechen die vielen blühenden Streuobstwiesen ins Auge. Doch die Bäume, die im Moment wunderschön blühen, sehen im unbelaubtem Zustand oft genauso grün aus wie im Sommer. Grund dafür ist ein oftmals schlechter Pflegezustand, wodurch sich verstärkt Misteln an den Bäumen ansiedeln und sich dort etablieren. Misteln sind sogenannte Halbschmarotzer, die auf Bäumen wachsen und diesen Nährstoffe entziehen. Darunter leidet die Baumgesundheit und die Streuobstbäume sterben schneller ab.

 

Die Streuobstwiesen im Landkreis Ravensburg überaltern zunehmend, viele Bestände sind schlecht oder gar nicht gepflegt, alte Bäume brechen zusammen und werden nicht mehr ersetzt. Insgesamt wird die Anzahl der Streuobstwiesen von Jahr zu Jahr kleiner zum Leidwesen für die betroffenen Tier- und Pflanzenarten. Das hat Auswirkungen auf die Biodiversität, aber auch auf das Landschaftsbild in Oberschwaben.


Der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Ravensburg hat daher in Zusammenarbeit mit dem Kreisobstbauberater das Modellprojekt „Schnittige Obstbäume – Schöner vom Oberland“ initiiert, mit dem Ziel, eine Erstpflege ausgewählter wichtiger Streuobstbestände anzustoßen und modellhaft zu erproben, wie eine langfristige Pflegekooperation zwischen Fachwarten und Eigentümern funktionieren kann. Bereits im vergangenen Sommer wurde vom LEV ein Aufruf gestartet und es konnten wertvolle Streuobstbestände gemeldet werden. „Die Auswahl der Bestände war nicht einfach, denn Bedarf zur fachgerechten Baumpflege ist vielerorts vorhanden“  erklärt Erwin Mozer, Kreisobstbauberater im Landratsamt Ravensburg. Vier Streuobstwiesen in Baienfurt, Bergatreute, Wilhelmsdorf und Waldburg wurden anhand fachlicher Kriterien ausgewählt und über die Wintermonate von den Fachwarten gepflegt. „Ein wesentliches Anliegen des Projekts war es praktische Erfahrung zu sammeln, offene Fragen zu klären und aufzudecken, wo es bei der Umsetzung der Pflegekooperationen hakt.“ erklärt Robert Bauer, Geschäftsführer des LEVs. „Wir wollten dabei auf das Fachwissen und den Erfahrungsschatz der Fachwarte zurückgreifen, um ganz praktische Dinge zu klären, etwa wie lange man zum Schnitt eines durchschnittlichen Streuobstbaumes benötigt“ ergänzt Katrin Ehrhartsmann, Mitarbeiterin des LEVs.


Zum Ende der Modellphase wurden die Ergebnisse zusammengetragen und bei einer Abschlussveranstaltung, die am 03.Mai auf der Streuobstwiese in Baienfurt-Köpfingen stattfand, vorgestellt. Die Fachwarte, die als Praktiker eine entscheidende Rolle einnehmen, Bürgermeister Günter Binder, der Eigentümer, Vertreter des LEVs und des Bau- und Umweltamtes tauschten sich intensiv aus. „Besonders erwähnenswert ist es, wie viel Engagement und Motivation alle Projektpartner eingebracht haben.“ findet Katrin Ehrhartsmann. „Als Ergebnis lässt sich feststellen, dass der Erhalt der Streuobstwiesen allen Beteiligten ein Anliegen ist und diese Aufgabe nur umsetzbar ist, wenn sie von vielen Schultern getragen wird.“ Klar ist, dass es dazu eine entsprechende Finanzierung braucht und das viel vorhandenes Wissen und Potential gebündelt werden muss. Positiv kann es daher gewertet werden, wenn die Pflege der Modellbestände mancherorts kleine Wellen schlug und der ein oder andere Obstbaum-Eigentümer Lust bekam, selbst zur Baumschere zu greifen, wie von Fachwart Josef Sterk, berichtet wurde. Auch Marc Rohrbeck, Streuobstwiesenbesitzer aus Köpfingen, bedankte sich ganz herzlich für das Angebot seine Bäume pflegen lassen zu können. Er wies darauf hin, dass er es sehr positiv empfunden hat von einem Fachmann an die Hand genommen zu werden und er dazu motiviert wurde, seine zweite Wiese nun in Eigenregie zu pflegen. Herr Bärenweiler und Frau Bohmeier, die beiden Fachwarte, die in Köpfingen den Baumschnitt durchgeführt haben, ergänzen, dass sie gerne weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen.


„Die Dringlichkeit des Themas haben wir erkannt und möchten das Ansteckungspotential nutzen“, fügt Markus Thiel, Leiter der unteren Naturschutzbehörde hinzu. Wie Gemeinden, Eigentümer und Fachwarte zusammenarbeiten können und eine denkbare Finanzierung der Maßnahmen aussehen kann, wird aktuell in einem Landkreis-Streuobstkonzept erarbeitet. „Die vielen Ideen der Fachwarte und des LEVs, die im Modellprojekt gesammelt wurden wollen wir, sofern möglich, aufgreifen“, erklärt Iris Steger, Leiterin des Bau- und Umweltamtes. Günter Binder, Bürgermeister von Baienfurt ergänzt, dass er eine besondere Wichtigkeit der Öffentlichkeitsarbeit beimisst, damit sich aus dem Modellprojekt ein nachhaltiges Streuobst“programm“ entwickelt. „Fest steht, dass das Ende der Modellphase ein Startschuss sein soll, um sich gemeinsam für den Erhalt dieses vielfältigen und prägenden Lebensraumes einzusetzen“, schließt Robert Bauer.

 

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier:

Streuobst

Der Geschäftsbericht 2017 ist fertig

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"Schnittige Obstbäume" - Modellprojekt zur Pflege von Streuobstwiesen startet

 

Am vergangenen Freitag, den 10.11.2017 fand die Auftaktveranstaltung des vom LEV und Kreisobstbauberater, Herr Mozer, initiierte Modellprojekts "Schnittige Obstbäume - Schöner vom Oberland" in Baienfurt-Köpfingen statt. Ziel des Projekts ist es eine Erstpflege ausgewählter wichtiger Streuobstbestände anzustoßen sowie Streuobstwiesenbesitzer und Fachwarte als wichtige Akteure zusammenzubringen.

 

Mehr Informationen zum Projekt erhalten Sie hier:

Streuobst

 

Exkursion zu den Wilden Weiden im Allgäu

 

47 Personen aus ganz Oberschwaben nahmen an der Führung durch die Riedlandschaften Oberschwabens teil und ließen sich begeistern.


Die Wiesen in den Mooren sind aufgrund Vernässungen immer schwieriger zu bewirtschaften. Dies hat unter anderem positive Auswirkungen für den Klimaschutz, denn dadurch werden jährlich tausende Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart. Auch wirkt es sich positiv für Vögel, Libellen und Frösche aus. Jedoch machen die nassen Böden den Einsatz von Spezialgeräten wie Mähraupen oder neue Beweidungsmodelle mit beispielsweise Wasserbüffeln erforderlich.


Wasserbüffel sind in unseren Breiten keine „Exoten“. Sie waren schon in der Steinzeit in Deutschland heimisch. Die Tiere in den Feuchtgebieten Oberschwabens haben ihre Vorfahren in Rumänien. Diese „Karpatenbüffel“ sind sehr robust, widerstandsfähig und gutmütig. Sie können, besser als Rinder, rohfaserhaltiges Schilf und Sumpfpflanzen nutzen.

 

Auf der Exkursion, die an die Büffel-Weiden am Argensee, Rimpachmoos bei Isny führte, wurde rege diskutiert. Ehemalige Eldorados für Wiesenbrüter, wie Kiebitze, Bekassine und andere bedrohte Vogelarten konnten durch Wilde Weiden wieder zu neuem Leben erweckt werden.


Fazit des Ausflugs: Wilde Weiden leisten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Denn die Kuhfladen eines einzigen Weiderinds ernähren viele Insekten und "produzieren" dadurch 150 kg Käfer, Schmetterlinge und andere Insekten, die wiederum 500 Vögeln oder Fledermäusen als Nahrung dienen. Und auch der Verbraucher kann seinen Beitrag für den Naturschutz leisten, wenn sein Rinderbraten von Wilden Weiden stammt.

 

Mit dem Versprechen, nächstes Jahr wieder eine Fahrt zu weiteren Wilden Weiden zu organisieren, wurde der Ausflug mit viel Applaus für die Referenten beendet.

 

Mehr Informationen zur Exkursion finden Sie hier:

 

Exkursion Wilde-Weiden.pdf
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Stand des LEVs im Grünen Pfad der Oberschwabenschau 2017

 

Der LEV ist in diesem Jahr zeitweise mit einem Infostand auf der Oberschwabenschau im Grünen Pfad (Halle 9) vertreten. Passend zum diesjährigen Motto des Grünen Pfads „tierisch bunt“ haben wir eines der Mittelpunktschauquadrate gestaltet. Hier soll veranschaulicht werden, dass zum Erhalt unserer Kulturlandschaft eine Bewirtschaftung/ Pflege/ Beweidung notwendig ist. Erfolgt dies nicht verbuschen die Wiesen und seltene Arten gehen verloren.

Außerdem ist an der Mediensäule ein kleiner Film von uns zu sehen, der sich mit dem Thema „Was ist Landschaftspflege, welchen Nutzen hat sie für uns und welchen Beitrag leistet der LEV“ beschäftigt.

 

Wir sind wie folgt am Stand im Grünen Pfad zu finden und freuen uns auf Ihren Besuch:

 

Samstag, 14.10. vormittags
Sonntag, 15.10. vormittags und mittags
Dienstag, 17.10. vormittags und mittags
Donnertag, 19.10. vormittags und mittags

 

 

Neues Förderprogramm für landschaftsprägende Bäume

 

28.07.2017 – Im Landkreis Ravensburg prägen alte und mächtige Straßen- und Hofbäume die Landschaft. Für den Erhalt solcher Baumriesen hat der Landkreis mit Hilfe der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg nun ein neues Förderprogramm aufgelegt: Eigentümer der Bäume können ab sofort einen formlosen Antrag stellen auf finanzielle Unterstützung bei der Pflege, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
 
Der Landkreis fördert Bäume mit einem Stammdurchmesser von über 80 Zentimetern entlang von Wegen und Straßen sowie Hofbäume. Der Zuschuss kann für Pflegemaßnahmen zur Erhaltung der Baumgesundheit und für die Beseitigung von Gefahren für den Verkehr gewährt werden. Er beträgt bis zu 100 Prozent der Pflegekosten, wenn die Arbeiten durch ausgewählte und vom Landratsamt beauftragte Baumpflegefirmen ausgeführt werden. Die Entsorgung des Schnittmaterials ist vom Antragsteller zu übernehmen. Das Landratsamt bewilligt den Zuschuss nach Bedeutung der landschaftsprägenden Bäume. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. Baumeigentümer können sich an das Landratsamt wenden, Ansprechpartnerin Sonja Bednar, Telefon 0751/85-9623, sonja.bednar@landkreis-ravensburg.de.
Der Erhalt dieser Bäume sei dem Landkreis ein wichtiges Anliegen, heißt es aus der Kreisverwaltung. Es handele sich häufig um Linden, Eichen, Eschen oder Ahorne, die für ein ausgeglichenes Klima und für bessere Luft sorgten. Zudem seien die Bäume Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

 


 

Informationsveranstaltungen zum Wasserkreuzkraut stoßen auf großes Interesse

 

Im gesamten Alpenvorland wird in den letzten Jahren eine Zunahme des Wasser-Kreuzkrauts (WKK) beobachtet. Das gelb blühende WKK nimmt auch auf den feuchten Wiesen in Oberschwaben und im Allgäu zu. Aus diesem Anlass veranstaltete der LEV RV in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsamt RV, dem jeweiligen Flächenbewirtschaftern und den Ortsobmännern jeweils eine Infoveranstaltung in Isny und Rötenbach am 26.07. und 01.08.2017. Das Erkennen von Kreuzkräutern (und Verwechslungsmöglichkeiten zu anderen gelb blühenden Pflanzen), die Wuchsstrategie des WKK und Regulierungsmöglichkeiten wurden vorgestellt und diskutiert. Beide Veranstaltungen sind auf reges Interesse gestoßen und waren mit insgesamt etwa 70 Besuchern gut besucht.

 

Mehr Informationen zu den Inhalten der Veranstaltung finden Sie hier:

 

LEV RV Infoveranstaltung WKK.pdf
PDF-Dokument [42.3 KB]

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Tel.: 0751/85-9610

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